Kunststoffcontainer, hoch, mit Deckel
Kunststoffcontainer, flach, als "Untersetzer"
Drahtgaze (Fliegengitter)
ein einschraubbarer Anlaufhahn oder ein Stück Plastikschlauch (z.B. Aquarienschlauch) mit Schlauch-Klemme
Abdichtsilikon
Gartenvlies
Leca-Blähtonkugeln o.ä. Substrat
Bohrmaschine mit Bohrern ab 3mm sowie Lochsägevorsatz
Lötkolben mit Kunststoffschmelz-Vorsatz oder
große Rundkopfschraube + Gasbrenner
kräftige Schere
Zuerst wird der Boden des großen Kunststoffcontainers mit Löchern versehen, damit die beim Kompostierungsvorgang entstehende Flüssigkeit ablaufen kann. Die Löcher sollten ca. 3mm messen und in ausreichender Zahl über den ganzen Boden verteilt sein, so dass keine übermäßige Vernässung des Substrats entstehen kann.
In den Deckel werden mit der Bohrmaschine und dem Lochsägevorsatz mindestens zwei große Lüftungsöffnungen gesägt und...
in den Untersetzcontainer wird ein Abflussloch gebohrt. Ein kleines (im Durchmesser geringfügig kleiner als der Schlauchdurchmesser), wenn der Abfluss über ein Stück Aquarienschlauch mit Schlauchklemme geregelt wird oder ein entsprechend größeres, wenn man einen Abflusshahn einsetzen will.
Nun müssen wir die Drahtgaze zurechtschneiden, um damit die Lüftungsöffnungen und falls vorhanden, die Grifföffnungen im großen Container zu verschließen. Die Gaze sollte die Öffnungen 1-2cm überlappen.
Anschließend werden die Gazestücke mit dem Lötkolben bzw. mit der über einer Flamme erhitzten Rundkopfschraube auf dem Plastikmaterial festgeschweißt. Es hat sich bewährt, die Stücke zuerst an einigen Stellen zu fixieren und dann den ganzen Rand einzuschweißen.
Jetzt wird noch der Abfluss des Untersetzcontainers gebaut. Am besten eignen sich dafür Kunststoff-Abflusshähne, wie man sie in jedem Baumarkt zu kaufen bekommt. Sie werden mit den dazugehörigen Abdichtscheiben in ein entsprechend großes Loch im Untersetzcontainer eingeschraubt.
Man kann aber auch mit einem Stück Aquarienschlauch und/oder dünnem Kunststoffrohr einen Abfluss bauen. Der Schlauch bzw. das Rohr werden in ein geringfügig kleineres Loch eingeführt und auf diese Weise festgeklemmt. In der Regel hat man dadurch schon eine ausreichende Abdichtung erreicht. Man kann aber zusätzlich noch mit etwas Silikondichtmaterial auf „Nummer sicher“ gehen.
Falls man die im gefüllten Zustand recht schweren Behälter problemlos auch allein verstellen will, kann man sich aus 4 Rollen (sollten stabil genug für größere Lasten sein!!) und einem Bodenbrett einen fahrbaren Untersatz für die Wurmkisten bauen.
Man kann auch sog. Möbelroller verwenden, wie sie in jedem Baumarkt verkauft werden.
Bei einigen Kunststoffkisten-Systemen kann man die Behälter mit speziell dafür vorgesehenen Rollen fahrbar machen.
Zuerst wird der Boden der Kiste mit einer dünnen Drainageschicht aus Leca-Blähtonkugeln oder einem ähnlichen Material befüllt.
Diese Schicht wird mit einem Stück Gartenvlies abgedeckt so dass das Kompostmaterial sich möglichst nicht mit dem Drainagematerial vermischen kann.
Lässt man das Vlies an den Kistenrändern nach oben reichen, so kann man später die Trennung von Kompost- und Drainagematerial besser bewerkstelligen.
Auf das Vlies kommt eine Lage locker zerknülltes, angefeuchtetes Papier oder Pappe, angefeuchtetes, gehäckseltes Stroh oder ein ähnliches grob strukturiertes Material.
Als nächstes folgt eine Lage möglichst stark verrotteter Rohkompost von einem Komposthaufen (am besten mit etwas Komposterde vermengt).
Darauf kann man dann die selbst in einem Komposthaufen gesammelten oder gekauften Kompostwürmer geben.
In eine Ecke bzw. dünn verteilt über die ganze Oberfläche gibt man zuletzt das zu kompostierende Material (z.B. Küchenabfälle wie Obstschalen, Kaffeesud, Gemüse- und Salatabfälle etc.). Dabei muss die Abfallmenge der Menge der Würmer angepasst sein (also anfangs weniger später, bei gut laufender Zucht, mehr).
Um ein Austrocknen zu verhindern deckt man die ganze Oberfläche der befüllten Kiste mit angefeuchtetem Zeitungspapier oder einer Kunststoff-Folie ab.
Je nach Besatz, Größe der Kiste, Menge der Würmer und Kulturbedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit etc. kann man nach ca. 3-5 Monaten mit der „Ernte“ beginnen.
Es gibt dazu die unterschiedlichsten Methoden:
Durch Füttern in nur einer Ecke des Behälters lockt man die Würmer dorthin und kann so nach einigen Tagen mit einer Schaufel Kompostmaterial aus dem anderen Bereich entnehmen bzw. Würmer aus der Futterecke.
Oder man entleert den gesamten Inhalt der Kiste auf eine Plastikplane und formt einen Haufen. Die Würmer sammeln sich dann am Boden des Haufens, so dass man aus dem oberen Bereich Kompost und unten Würmer „ernten“ kann.
Am besten siebt man den Kompost vor der Verwendung mit einem Kompost-Sieb durch, so dass gröbere, nicht vollständig kompostierte Bestandteile sowie noch im Substrat befindliche Würmer im Sieb verbleiben. Auf diese Weise erhält man auch einen schönen feinkrümeligen Kompost.
Als ideale Populationsdichte werden von Züchtern ca. 27 adulte Würmer pro 1 Liter Substrat angegeben. Der optimale Besatz für eine Kiste mit einer Größe von 90 x 60 x 30 cm (ca. 50 Liter Kompostmaterial) beträgt dann 1350 Würmer.
Das Substrat sollte immer einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 haben(leicht sauer bis neutral).
Stark verdichtetes Substrat sollte hin und wieder aufgelockert werden, um eine bessere Trainage und ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten.
Die überschüssige Flüssigkeit, die beim Kompostierungsvorgang entsteht und sich im Untersetzer sammelt, kann als organischer Flüssigdünger z.B. dem Gießwasser für Zimmerpflanzen zugefügt werden.
Nur wenn der Standort warm genug ist (20-24°C.) vermehren sich die Würmer optimal. Bei Substrattemperaturen unter ca. 5°C. stellen die Würmer die Vermehrung ganz ein. Das sollte man bei der Aufstellung des Behälters berücksichtigen.
Am Futterplatz kann man immer Würmer in ausreichender Anzahl „ernten“. Falls einige Zeit nicht gefüttert wurde oder das Substrat trockener wird, ziehen sich die Würmer nach unten ins Substrat zurück und müssen dort ausgegraben werden.
Unschädliche Mitbewohner, die hin und wieder in der Wurmkiste auftauchen können sind Asseln, Enchytraeen (kleine weißliche Verwandte der Kompostwürmer), Nematoden oder Ohrwürmer. Tausendfüssler sollte man hingegen aus der Kiste entfernen, da sie Fressfeinde der Regenwürmer sind.
Wurmbehälter, die in der Schule eingerichtet werden, sollten möglichst im Rahmen des Biologieunterrichts von den Schülern eingerichtet und betreut werden. Ein Arbeitsblatt mit Beobachtungs- und Betreuungsanweisungen hat sich dafür gut bewährt.
Optimal versorgte Behälter kann man ohne Probleme auch in bewohnten Räumen aufstellen.
Vor allem wenn der Wurmbehälter nicht optimal versorgt wird kann es zu „Fruchtfliegen- und Geruchs-Problemen“ kommen. Einige Möglichkeiten das zu verhindern bzw. zu vermindern sind:
Bezugsquellen für Kompostwürmer findet man ohne Probleme im Internet.